Siedlung Caspers-Neess

Die Werkssiedlung der Tabakfabrik Gebrüder Caspers-Nees wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und besteht aus acht zu Paaren zusammengefassten Einfamilienhäusern; eine Einheit wurde später ergänzt.

In Größe und Baumaterial auf der ländlichen Tradition des 19. Jahrhunderts basierend, wird die Gestaltung durch farbige Ziegel, plastische Gliederungen und Betonwerksteine bereichert und variiert. Durch eigene Wohnhäuser band das Unternehmen die Facharbeiterschaft an sich, die je nach Auftragslage durch weibliche Kräfte ergänzt wurde.


Caspers-Neess, Kaufmannshaus und Tabakfabrik

Der unmittelbar am Hitdorfer Hafen gelegene Kaufmannshof mit seinen beiden barocken Giebelhäusern geht auf das Jahr 1666 zurück. Im späten 18. Jahrhundert eröffneten die Gebrüder Caspers hier ihre Rauchtabak- und Zigarrenfabrik, die unter Leitung der Familie Neehs bis Mitte des 20. Jahrhunderts existierte und die größte der Stadt war.

Von dem großen Fabrik-Backsteinbau sind keine Reste erhalten. Die Hofgebäude hinter den Giebelhäusern dürften aber auch der Produktion gedient haben. Das nach einem Brand in den 1970er Jahren sorgfältig restaurierte Anwesen mit reicher Stuckdecke im Erdgeschoss des Haupthauses dient heute als Galerie und Gästehaus.


Dampfspeicher-Lokomotive „Persil“

1914 wurde die Hitdorfer Lokomotive von der Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern mit der Nummer 3307 gebaut. Eingesetzt wurden solche Maschinen auf großen Werksarealen, um den dort in den Kesselhäusern erzeugten Dampf ökonomisch auszunutzen. Zugleich konnte durch einen feuerlosen Betrieb die von Lokomotiven ausgehende Brandgefahr vermieden werden.

Die Hitdofer Maschine war zuerst unter dem Namen „Persil“ bei Henkel im Werk Reisholz (Düsseldorf) im Einsatz, wurde dann an die Firma Papier & Pappe in Viersen verkauft, kam von dort zur Rheinischen Pappenfabrik in Monheim-Blee und diente dort für Rangierfahrten. Bei der Pappenfabrik und bei Shell waren je zwei Dampfspeicherloks im Einsatz.


Kaufmannshaus und Tabakfabrik Dorff

Das Anwesen der Tabakfabrikanten Dorff liegt zwischen Hitdorfer Hauptstraße und Rheinufer am Ende der Fernstraße, die Solingen und das Bergische Land mit dem Strom verbindet.

Die erst 1964 liquidierte Tabakfabrik Dorff wurde 1765 von Johann Peter Dorff gegründet, der überseeischen und süddeutschen Tabak verarbeiten ließ und ins Bergische Land lieferte, wo der „Schwatten Dorff‘s“ als Pfeifentabak sehr geschätzt war.

Das winkelförmige Haupthaus mit Mansarddach umschließt einen Hof mit Ställen und Remisen; daran schloss sich nach Norden die eigentliche Fabrik an.


Fischerhaus

Nur an wenigen Stellen im Rheinland wird noch die Rheinfischerei durch bauliche Zeugnisse dokumentiert.

Die einfach gebauten, meist giebelständigen, eingeschossigen Häuser hielten in Größe und baulicher Qualität neuzeitlichen Ansprüchen nicht stand, wurden abgebrochen oder unmaßstäblich erneuert.

Hafen Hitdorf

Hitdorf war neben Düsseldorf, Mülheim und Zündorf einer der wichtigen Häfen des bergischen Landes und wurde 1356 urkundlich erstmals erwähnt.

Solinger Schneidwaren, Remscheider Werkzeuge, Textilien aus Barmen und Elberfeld wurden von hier aus über den Rhein verschifft. Auch Getreide, Ziegel, Holzkohle und Bauholz lieferte das Bergische Land. Zurück kamen Schleifsteine und Schiefer aus der Eifel.

Erst 1910-13 und dann noch einmal 1926 bis 1929 wurde der Naturhafen mit Kaimauern befestigt. Die erhaltenen elektrischen Drehkräne von 1929 und 1960 erinnern auch an die örtliche Industrialisierung Hitdorfs und seiner Umgebung mit den Zündholz- und Tabakfabriken, dem Sägewerk, der Hitdorfer Brauerei und besonders der Pappenfabrik in Monheim-Blee. Eine elektrische Kleinbahn verband den Hafen mit den Nachbarorten: Rheindorf, Monheim und Langenfeld.

Kaufmannshaus und Tabak- und Zigarrenfabrik Neuß

Das Kaufmannshaus Rheinstraße 60 steht im Unterschied zu den meisten Nachbarbauten mit der Längs- oder Traufseite zum Rhein. Auf der linken Seite führt eine Tordurchfahrt zum Hof.

Das Mansarddach und die großen, regelmäßig angeordneten Fenster deuten auf eine Entstehung im 18. Jahrhundert.

Rheinfähre Hitdorf

Erwähnt wird die Rheinfähre in Hitdorf erstmals im 15. Jahrhundert. Günstige topographische Voraussetzungen werden aber schon in den voraufgegangenen Jahrhunderten Fährdienste an dieser Stelle begünstigt haben. Wichtige Handelswege auf beiden Rheinseiten, die Elberfeld-Solinger und die Köln-Neußer Landstraßen galt es miteinander zu verbinden.


Trafo-Turm Am Werth und Stromstraße

1908/09 Hitdorf entstanden in Hitdorf zwei Trafotürme. Beide Türme sind – den Vorstellungen der damaligen Heimatschutzbewegung folgend – ansprechend architektonisch gestaltet worden. Im Trafoturm Am Werth wurde ein ortsgeschichtliiches Museum eingerichtet. Das Museum bietet einen wundervollen Ausgangs- oder Endpunkt für einen Spaziergang durch Hitdorf.


Zündholzfabrik J. M. Fitzen

Mehr als andernorts in Hitdorf wird in der Hafenstraße die industrielle Vergangenheit der bergischen Hafenstadt am Rhein deutlich. Backsteinbauten, errichtet durch die schon 1843 gegründete Zündholzfabrik J. M. Fitzen säumen beide Straßenseiten.


Zündholzfabrik Salm

Bernhard Salm gründete 1841 eine der ersten Zündholzfabriken in Hitdorf. Ab 1849 entstand in mehreren Etappen eine im baulichen Bestand fast vollständig überlieferte Produktionsstätte mit stattlichem Wohn- und Wirtshaus an der Hitdorfer Straße aus der Frühzeit der Zündholzherstellung.

Das aufwendige Fassadendekor des Wohn- und Wirtshauses orientierte sich in seiner anspruchsvollen Ausstrahlungskraft an dem nicht weit entfernten Kaufmannshaus Dorff. Im Hof erhalten sind die Produktionsbauten. In einem hohen Backsteinbau von 1899 erhielten die Hölzchen ihre entzündbaren Köpfe. Die dreischiffigen Shedhalle entstand um 1890. 1905 wurde die Produktion verlagert an den Ortsausgang Hitdorf.


Aalschokker Fiat Voluntas

Zur traditionsreichen Rheinfischerei trugen seit dem 19. Jahrhundert auch Aalschokker bei. Die Schiffe wurden auf der Insel Schockland in der Zuidersee gebaut.

Viele Holländer kamen in fünf bis sechs Boote umfassenden Schleppzügen den Rhein hinauf zu den ihnen zugewiesenen Fangplätzen. Auch einheimische Fischer verwendeten diese Boote, von denen es zwischen Kaub und der niederländischen Grenze 1912 rund 100 und 1925 125 Exemplare gab.


Mineralölwerke Rhenania

Bisher war die Verarbeitung von Rohöl in Küstennähe üblich, als 1913 nahe am Verbraucher, in Mohnheim am Rhein, ein Werk zur Verarbeitung von Rohöl zu Schmierölen entstand.

Das Werk war für die Versorgung mit Schmieröl im Zweiten Weltkrieg kriegswichtig. Trotz großer Zerstörungen durch Bombardements der Alliierten sind aus der Entstehungszeit des Mineralölwerks Rhenania ein Verwaltungsgebäude und die Abfüllhalle in Monheim erhalten.

Eigentümer im Hintergrund war die Royal Dutch Shell, einer der größten Mineralölkonzerne der Welt. Der Beginn des Automobilzeitalters und des CO2-intensiven Geschäftsmodells der globalen Mineralölindustrie kann in Monheim anhand der Gebäude des Rhenania Mineralölwerks nachvollzogen werden.


Siedlung der Mineralölwerke Rhenania

Für die leitenden Angestellten und „Fabrikbeamten“ der Mineralölwerke Rhenania wurde noch während des Ersten Weltkrieges zwischen Fabrik und der Stadt Monheim eine Werkssiedlung errichtet, die aus Villen, Doppel- und Reihenhäusern rund um ein Kasino besteht.

Der Düsseldorfer Architekt Walter Furthmann gestaltete die Bauten in einem zeittypischen, repräsentativen Stil zwischen Neoklassizismus und Neorenaissance.

Das Gasthaus diente nicht nur als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Betriebs, sondern auch als Hotel für Kunden und Gäste des Unternehmens und nicht zuletzt als Unterkunft für unverheiratete Angestellte. Die Straße wurde benannt nach dem ersten Direktor des Unternehmens Heinrich Späth.


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